14. Etappe: Vilgertshofen – Landsberg am Lech, 15 km

Bericht zum 29. Juli 2017 aus Sicht unseres Pilgerstabes

Die Nacht blieb trocken und der Morgen unserer finalen Etappe begrüßte uns mit Sonnenschein + blauem Himmel, was sich zum Glück den ganzen Tag über nicht mehr ändern sollte. Nach all den Wetterkapriolen der zweiten Wanderwoche war das mehr als verdient. Ich bin ja aus hartem Holz geschnitzt, aber der dauernde Regen der letzten Tage hat sogar mir ziemlich zugesetzt.

Dass wieder neue Mitwandernde aus Landsberg zu unserer Gruppe hinzu stießen (Felix, Linde, Mia und Stefan aus der dortigen Arche-Gemeinschaft sowie – bereits zum vierten Mal – Schülerinnen aus dem Ignaz-Kögler-Gymnasium), sollte ich erst später erfahren. Ebenso von der morgendlichen Andacht, bei der all die Grenzen bilanziert wurden, die wir während der zweiwöchigen Arche-Wanderung einzeln und gemeinsam zu überwinden hatten. Es waren nicht gerade wenige…

Beim Aufbruch gab es dann große Aufregung, denn jetzt erst wurde mein Fehlen bemerkt. Schon über 300 Kilometer hatte ich die tapfere Arche-Wandergruppe sicher geleitet. Alle Teilnehmenden durften stets auf meinem prächtigen Holz unterschreiben. Die letzte Nacht aber vor unserem feierlichen Einzug in Landsberg am Lech wollte ich allein sein und in stiller Meditation im Wald verbringen.

Die Gruppe rätselte und beunruhigte sich über meinen Verbleib. Sie war ganz offensichtlich noch nicht so weit, ohne mich zu sein. Durch detektivisches Rätseln lokalisierte man meinen Standort und organisierte meine Bergung. Den großen Jubel bei meiner Rückkehr konnte ich ja verstehen, doch zugleich begann ich mir Sorgen zu machen. Würden es die Mitwandernden schaffen, sich am Abend von mir zu verabschieden, loszulassen und wieder ohne meine stete Stütze klarzukommen? Ich hielt es für angebracht, ein weiteres Mal zurückzubleiben, um so auf die anstehende Entwöhnung vorzubereiten. Aber wieder – und dieses Mal noch deutlich schneller – wurde mein Fehlen bemerkt. Nun gut, dachte ich, die letzten Kilometer wollte ich ja doch gerne im Kreise der Wandergruppe genießen.

Etwas verspätet, aber überglücklich hielten wir Einzug in Landsberg. Elmar und Irmtraud spendierten Eis. Die Arche-Gemeinschaft empfing uns mit Kaffee und Kuchen. Es folgte ein bewegender Willkommens-Gottesdienst in der Kirche zu den Heiligen Engeln. Direkt im benachbarten Gemeindehaus durften wir dann unser Abschlussfest feiern. Für Speis und Trank war reichhaltig gesorgt, es gab beeindruckende Akrobatik- und Breakdance-Darbietungen, eine Rückschau der Arche-Wanderung in Bildern, viele Erzählungen und Würdigungen und schließlich Live-Musik der großartigen Band 7 'n a harp wie auch der Landsberger Arche-Band. Als Pilgerstäbe wären die jungen schlanken Kollegen am Schlagzeug sicher denkbar ungeeignet, aber als Taktgeber waren die schon echt gut. Die tolle Musik brachte sogar die müdesten Wandererbeine zum Tanzen.

Vor zwei Wochen wurde ich beim Sommerfest der Arche Ravensburg an die Wandergruppe übergeben und war ihr beim gemeinsamen Grenzen überwinden eine feste Stütze. Meine Aufgabe ist nun zu Ende. Ehrlich gesagt, hat mich die Wanderschar eigentlich gar nicht so sehr gebraucht. Wie sich in der bunt und immer wieder neu zusammengewürfelten Gemeinschaft aller Teilnehmenden gegenseitig unterstützt und gestützt wurde, um alle Herausforderungen und Widrigkeiten unterwegs zu meistern, das hat mich wirklich sehr beeindruckt. Da wurden echt ganz besondere Zeichen für ein selbstverständlicheres Miteinander in unserer Gesellschaft gesetzt. Zeichen, die man fördern sollte. Dem Spendenziel der Arche-Wanderung, Geld für ein neues Gemeinschafts-Haus in Landsberg zu sammeln, ist noch viel großzügige Unterstützung zu wünschen. Auch die von mir zurückgelegten 320 Kilometer dürfen gerne gesponsert werden: Online-Spendenformular

Euer Pilgerstab

Vielen Dank an unsere Sponsoren/-innen!